MVA Weisweiler vorsorglich abgeschaltet
15.06.2011
Nachdem am 8. Juni 2011 die Messgeräte für die Quecksilberbelastung in den Rauchgasen der Müllverbrennungsanlage Weisweiler an allen drei Verbrennungslinien einen ungewöhnlichen Anstieg der Messwerte anzeigten, entschloss sich die technische Leitung der MVA umgehend, aus Vorsichtsgründen die gesamte Anlage herunterzufahren.
Nach den Erfahrungen mit einem ähnlichen Vorgang im Jahr 2001 wollte man erst nach einer genauen Analyse weitere Schritte angehen. Andreas Fries, der technische
Geschäftsführer der MVA Weisweiler, betonte: „Die Filter- bzw. Abscheidesysteme für Quecksilber in unserer Anlage funktionieren einwandfrei. Wir müssen aber ganz genau
klären, warum es zu erhöhten Anzeigewerten in den Messgeräten kommt. Deshalb schalten wir vorsorglich ab.“
Fries befürchtete, dass es auch diesmal eventuell zu einer illegalen Entsorgung von Quecksilber über „normale“ Müllanlieferungen gekommen sein könnte. Dies stellte sich dann auch so heraus. Wann die Müllverbrennungsanlage wieder in Betrieb gehen würde, war am Pfingstmontag noch nicht abzusehen. Die Entsorgung des Mülls aus der Region war aber jederzeit durch vorhandene Zwischenlagerungsmöglichkeiten und die Zusammenarbeit mit anderen MVAs in der Umgebung gesichert. Nach genauen Analysen, intensiven Untersuchungen und umfangreichen technischen Vorbereitungen legte die Müllverbrennungsanlage Weisweiler einen Plan zur Wiederaufnahme des Anlagenbetriebs vor, nachdem die Belastung von Müllmengen durch Quecksilber festgestellt worden war.
In Abstimmung mit der Abteilung für Umwelt- und Arbeitsschutz der Bezirksregierung Köln sowie unter Hinzuziehung weiterer externer Experten wurde ein entsprechender Genehmigungsantrag bei der Bezirksregierung gestellt und genehmigt. Der Antrag beinhaltete verschiedene Maßnahmen. So wurden alle Komponenten der Rauchgasreinigungsanlagen einer intensiven Reinigung unterzogen, um daran eventuell anhaftende Quecksilbermengen weitestgehend zu entfernen. In die drei Heizkessel wurde eine zusätzliche Reinigungsstufe eingebaut, die durch das Eindüsen einer hochwirksamen Chemikalie die Filterleistung speziell für Quecksilber deutlich erhöhte. Damit war die Ausfilterung von im Abfall gegebenenfalls noch enthaltenem Quecksilber gewährleistet. Dennoch musste damit gerechnet werden, dass Spuren von Quecksilber unter anderem aus unzugänglichen Anlagenteilen bei der Wiederinbetriebnahme der Anlage emittiert wurden. Dies ist von der zuständigen Bezirksregierung genehmigt worden. Die emittierten Quecksilberkonzentrationen und –frachten wurden während der geplanten schrittweisen Wiederinbetriebnahme aller drei Linien laufend und fürjedeLinie getrennt überwacht.
Im Vorfeld all dieser Maßnahmen hat sich die MVA Weisweiler im Rahmen eines Gutachtens ausdrücklich bestätigen lassen, dass auch bei einer zeitweilig erhöhten Quecksilberemission keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung besteht und im Umfeld der Anlage die empfohlenen Belastungswerte für Quecksilber der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz auch weiterhin sehr deutlich unterschritten werden.
Die MVA Weisweiler hat ständige umfangreiche Luftmessungen während des Sonderbetriebs in der gesamten Umgebung der Anlage beauftragt. Diese Maßnahmen führten zu den erwarteten Ergebnissen: Bis auf wenige Spitzen konnten die gesetzlichen Grenzwerte durchweg eingehalten werden. Insgesamt wurden bislang acht Container mit quecksilberverdächtigen Abfällen sichergestellt.
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