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Schulbeginn - fröhlich, gesund und umweltfreundlich

03.08.2006

Wenn Kinder zur Schule kommen, beginnt für sie ein wichtiger neuer Lebensabschnitt.
Mit hohen Erwartungen und viel Vorfreude werden die Vorbereitungen für den ersten Schultag getroffen. Schulranzen und Grundausstattung  und auch die traditionelle Schultüte werden mit großer Sorgfalt ausgesucht.
Dabei sind die nötigen Kaufentscheidungen gar nicht einfach zu treffen:
die Schul-Ausstattung unserer Kinder soll zugleich funktionstüchtig, haltbar, nicht gesundheitsschädlich, umweltverträglich und abfallarm sein und nicht zuletzt soll sie den zukünftigen Schülern und Schülerinnen gefallen!
Während die Schulneulinge natürlich zunächst von den bunten Farben und den „coolen“ Designs der Schultaschen, Mäppchen, der Stifte, Blöcke und Hefte angezogen werden, sollten sich die Eltern im Interesse ihrer Kinder über die Qualität der angebotenen Produkte informieren.
Denn vieles, was günstig im Handel angeboten wird, ist unpraktisch, umweltschädlich, überflüssig und wandert frühzeitig in den Abfall. Manche Stifte, Farben und Kleber können beim Gebrauch obendrein die Gesundheit schädigen.
Trotzdem muss in der Regel kein Verzicht auf lustige, bunte Schulsachen geleistet werden, denn Umweltverträglichkeit, Funktionstüchtigkeit und gutes Design schließen sich nicht gegenseitig aus.

Folgende Tipps der AWA-Abfallberatung sollen dabei helfen, aus dem vielfältigen Angebot die ökologisch unbedenklichen, Abfall vermeidenden Schulmaterialien auszuwählen:

Schultaschen/Ranzen -
leicht, sicher und umweltfreundlich:
Sicherheit steht hier an erster Stelle. Schulranzen sollen in jedem Fall nach der DIN-Norm 58124 angefertigt sein. Das bedeutet, dass der Schulranzen vor allem verkehrssicher, witterungsbeständig, leicht, rückenfreundlich und aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt sein sollte.
Diese Bedingungen erfüllen viele moderne Kunststoffranzen. Allerdings sollten im Material keine Weichmacher, PVC oder Schwermetalle enthalten sein, mit denen die Kinder in Kontakt kommen und die bei der Entsorgung der Taschen die Umwelt belasten könnten.
Ein Lederranzen ist nur dann eine umweltfreundliche Alternative, wenn er ein Öko-Siegel (z.B. Öko-Tex Standard 100, SG schadstoffgeprüft u.a.), aufweist und damit nachweislich keine Pestizide, Phenole Säuren oder Schwermetalle enthält.
In der Regel erfüllen pflanzlich gegerbte Leder diese Vorraussetzungen.
Empfehlung: Testberichte in den entsprechenden Zeitschriften (z. B Öko-Test, test u.a.) helfen bei der Auswahl geeigneter Taschen, da auch Markenprodukte sehr unterschiedliche Testergebnisse erzielen.
Extra-Tipp:
Schulranzen haben in der Regel nach spätestens vier Schuljahren ausgedient. Besonders  abfallarm und umweltfreundlich handelt, wer beim Kauf auf gute Haltbarkeit achtet, trendunabhängige, zeitlose Designs bevorzugt und die in der Regel noch gut erhaltenen Taschen nicht in die Mülltonne wirft, sondern weitergibt, z.B. auf Flohmärkten.
Dadurch wird die Nutzungsdauer verlängert und Ressourcen eingespart....

Etuis / Mäppchen - besser mit eigener Füllung:
Sinnvoll ist es, sich für eine leere Federtasche zu entscheiden und diese nach Absprache mit der Grundschule mit den entsprechenden, umweltfreundlichen Materialien zu befüllen. Denn fertig gefüllte Etuis enthalten in der Regel wenig haltbare, oft umweltschädliche oder sogar gesundheitsschädliche Utensilien.

Wenn möglich, sollte die Tasche selbst aus umweltfreundlichem Material wie z.B. pflanzengegerbten Leder, Leinen oder Jute gefertigt sein. Wenn es unbedingt ein Kunststoffmäppchen sein muss, so gilt auch hier: Achtung vor PVC oder Weichmachern!
Extra-Tipp:
Nachfragen der Kunden im Handel nach möglichen schädlichen Inhaltsstoffen erhöhen die Aufmerksamkeit und verbessern nachweislich das Angebot an unbedenklichen Produkten!
 
Hefte, Malblöcke, Schreibpapiere - weiße Weste mit Recyclingpapier:
Rund fünf große Bäume pro Jahr fallen dem Papierkonsum eines jeden Bundesdeutschen Bürgers zum Opfer. Und diese Bäume stammen weitestgehend aus den nordischen Waldbeständen, die deshalb ständig rapide schrumpfen.
Trotz dieser weitgehend bekannten, verheerenden Auswirkung unseres Neupapierkonsums, werden weiter große Mengen an Neupapier verbraucht.

Info:
Hartnäckig hält sich besonders in den Schulen das Gerücht, dass Recycling- und Umweltschutzpapiere eine mindere Qualität besitzen würden, weil sie angeblich nicht so glatt und nicht tintenfest seien, außerdem eine unangenehm graue Farbe aufwiesen.
Für die erste Generation der Recyclingpapiere mag das zutreffend gewesen sein.
Inzwischen werden jedoch gleiche Qualitäten wie bei Neupapieren für alle Zwecke produziert, da ein großer Teil der guten Gebrauchseigenschaften des Papiers abhängig ist von der Oberflächenbehandlung.
So werden Recyclingpapiere heute „gestrichen“, das heißt, die Oberfläche wird mit einem umweltfreundlichen Film veredelt, der eine angenehme Glätte erzeugt und das Verlaufen von Tinte und Farbe verhindert. Außerdem  weisen Recyclingpapiere durch umweltfreundliche Bleichverfahren auf Sauerstoffbasis einen Weißheitsgrad auf, der sich nur um Nuancen und bei direktem Vergleich von hartweiß gebleichtem Neupapier unterscheidet.

Dabei können beim Papierrecycling rund 56 % weniger Frischwasser, rund 50% Energie und 98 % Holz als Rohstoff im Vergleich zur Neupapierherstellung eingespart werden. Gute Gründe, sich als Eltern für den Einsatz von Recyclingpapier vom ersten Schultag an stark zu machen!
Recyclingpapier kann man am Hinweis auf der Packung „100 % Recyclingpapier“, garantiert echtes Umweltschutzpapier an den Markennamen „vup“, „ap“, oder „Erdpapier“ erkennen.
Extra -Tipp:
Da im Handel oft wenig Hefte und Blöcke aus Recycling- oder Umweltschutzpapier vorrätig sind, lohnt es sich, über Sammelbestellungen bei entsprechenden Versandfirmen nachzudenken oder im Fachhandel benötigte Hefte klassensatzweise zu bestellen- nähere Hinweise und Kontakte vermittelt die AWA-Abfallberatung .

Filzstifte - nur wenn unbedingt nötig:
Filzstifte sollten nur auf Wasserbasis ausgewählt werden. Denn herkömmliche Filzstiftminen können Zusätze von Alkohole als Lösungsmittel, Formaldehyd als Konservierungsstoffe sowie Glykol und Weichmacher enthalten. Diese Stoffe schädigen Gesundheit und Umwelt und sollten vermieden werden.

Bleistifte und Buntstifte - der Lack gehört ab:
So attraktiv bunt lackierte Stifte auch sind – beim Knabbern an den Enden landet oft ein Teil in Kindermund und –mägen. Da Schwermetalle in den Lackierungen enthalten sein können, sollte hier Gesundheit und Umweltschutz an erster Stelle stehen.
Unlackierte Stifte sind im Fachhandel in guter Qualität und verschiedenen Griffstärken erhältlich.

Radiergummis - gib Gummi, nicht PVC:
Radiergummis aus PVC sind schädlich für die Umwelt und enthalten darüber hinaus auch oft gesundheitsschädigende Weichmacher. Am besten sind "Ratzefummel" aus 100% Naturkautschuk, falls diese nicht erhältlich sind, dann sollte nach synthetischen Radiergummis aus Polystyrol gefragt werden.

Lineale - Holz bleibt auf Linie:
Komplett ausgestattetet Mäppchen enthalten meist unbrauchbare, zerbrechliche Lineale aus Kunststoff, die schnell im Abfall landen. Am besten geeignet für den täglichen und langjährigen Einsatz sind stabile Holzlineale mit eingelassener Metallkante.

Tintenkiller und Korrekturflüssigkeiten - (über)flüssiges Gift:
Die meisten Grundschulen untersagen den Einsatz von Tintenkillern und das mit gutem Grund: Seifen, Soda und Schwefelverbindungen oder sogar Formaldehyd sind ein unverträglicher Cocktail, der sicherheitshalber und der Umwelt zuliebe nicht in Federmäppchen gehört. Auch Korrekturflüssigkeiten sind bedenklich, wenn sie Lösemittel enthalten. Überflüssig sind beide: sauber durchstreichen ist genauso gut.

Klebstoffe - die beste Lösung: ohne Lösungsmittel
Für die meisten Bastelarbeiten sind einfache Papierkleber bzw. Lösungsmittelfreie Kleber auf Wasserbasis sehr gut geeignet. Das etwas langsamere Trocknen schont Umwelt und Gesundheit.
Denn in manchen Klebern sind bis zu 80 % Lösungsmittel enthalten, die über Atemwege und Haut in den Körper gelangen. Außerdem reizt der aromatische Geruch manche Kinder zum „Schnüffeln“, eine gefährliche Angewohnheit, die zu Suchtähnlichem Verhalten und zu schweren Hirnschädigungen führen kann. Diese Klebstoffe sind an dem Gefahrensymbol für Feuergefährlichkeit auf der Verpackung zu erkennen.

Pausenverpflegung - bringt verbrauchte Energie zurück?
Trinkpäckchen mit Limonaden, supersüße Mini-Yoghurts, kleine Schokobomben und fertig verpackte „Schnitten“ mit Waffeln aus raffiniertem Weißmehl und Vanille- oder Kakaocreme mit viel Fett- so sieht in vielen Fällen die Lieblingspausennahrung vieler Schulkinder aus.

Die negativen Folgen einer solchen Ernährungsweise:
Es entsteht nicht nur viel (Verpackungs-) Abfall in den Schulen, sondern langfristig auch Schaden an der Gesundheit, z.B. durch Karies, Übergewicht oder Mangelerscheinungen durch fehlende Vitamine und Vitalstoffe.
Überzeugungsarbeit für eine vielseitige Ernährung, die notwendig ist, um gesund und leistungsfähig im Schulalltag zu bestehen, muss geleistet werden.
Hier sind Eltern und Schule gemeinsam im Interesse einer gesunden Entwicklung der Kinder gefragt.
Das traditionelle Pausenbrot ist nach wie vor die bessere Alternative, wenn gesunde, fettarme Zutaten verwendet werden. Gegen die süße und fette Konkurrenz kann es dann  bestehen, wenn es fantasievoll und abwechslungsreich zubereitet wird.

                

                 

Eine bunte, pfiffige Brotdose,
die außer dem Schulbrot auch noch Platz für Obst- und Gemüsestückchen bietet, kann dazu beitragen, die nötige Zwischenmahlzeit attraktiv zu gestalten und ist abfallarm und umweltfreundlich.

Die AWA-Abfallberatung bietet im Rahmen einer jährlich wiederkehrenden Aktion zum Schulanfang allen Schul-Einsteigern im ZEW -Verbandsgebiet eine attraktive Brotdose in Neon-Orange als Geschenk.
Der aufgedruckte Mottospruch „Müll nicht rum“ ist Programm:
Abfallvermeidung wird von Anfang an durch die  immer wieder verwendbare Brotdose eingeübt. Denn auf Wunsch werden die Brotdosen nicht nur bereitgestellt, sondern die Abfallberatung kommt in die Klassen, um im Rahmen einer kleinen Unterrichtseinheit Abfallvermeidung und die Schonung von Ressourcen mit Hilfe der Brotdose einzuführen.

Weitere Tipps und Hinweise sind bei der AWA-Abfallberatung erhältlich:
Kontakt:
AWA-Abfallfon: 0 1802 / 60 70 70
e-mail: regina.brueck@awa-gmbh.de

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