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Störstoffe in der Biotonne? – Nein Danke! – AWA Entsorgung GmbH

#Mikroplastik wird immer mehr zu einem Problem für die Natur. Aber nicht nur über die Meere gelangt der Kunststoff in unsere Nahrung, sondern auch durch falsch befüllte #Biotonnen! ☝️ Was dahinter steckt und wie Sie richtig sortieren, erfahren Sie in unserem neuen Artikel: https://www.awa-gmbh.de/blog/storstoffe-in-der-biotonne/

Störstoffe in der Biotonne? – Nein Danke! – AWA Entsorgung GmbH

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Störstoffe in der Biotonne? – Nein Danke!

Seit rund 20 Jahren ist die Sammlung der Bioabfälle im ZEW-Gebiet etabliert und die meisten Bürgerinnen und Bürger nutzen inzwischen die Biotonne für ihre kompostierbaren Abfälle aus Küche und Garten. In unserer Biovergärungs- und Kompostierungsanlage in Würselen verarbeiten wir einen Großteil der Bioabfälle aus der Region. Im Rahmen der Kampagne #wirfuerbio setzen wir uns für eine bessere Qualität der Biotonne, für sauberen Kompost und eine saubere Umwelt ein.

Vorteile für die Umwelt

Die Verwertung von Bioabfall ist nachhaltig, wenn natürliche Materialien nicht verloren gehen, sondern zu Energie in Form von Biogas und wertvoller Kompost werden. Kompost wirkt als Dünger und Boden-Verbesserer. Er wird auf landwirtschaftlichen Flächen, in Gartenbaubetrieben und in Gärten ausgebracht und damit in den natürlichen Stoffkreislauf gegeben.

Qualität? Lässt zu wünschen übrig

Die Qualität des eingesammelten Bioabfalls lässt sichtbar nach. In viel zu vielen Tonnen finden sich Plastiktüten, Restmüll, Verpackungen aus Kunststoffen, Metall und Glas – alles Fremdstoffe, die in der Biotonne nichts zu suchen haben, weil sie nicht kompostierbar sind. Auch Plastiktüten aus Bio-Kunststoff, die als „kompostierbar“ gekennzeichnet sind, kompostieren in der Kompostierungsanlage nicht vollständig. Diese gelangen als Mikroplastik in den Kompost und mit diesem auf Äcker und Beete. Von da aus ist der Schritt in die Nahrungskette nur noch kurz.

Das Problem: Wir können nur dann Bioabfälle zu hochwertigen Produkten verwerten, wenn sie sauber sortiert in der Biovergärungs- und Kompostierungsanlage ankommen. Vor der Verarbeitung können wir die Fehlwürfe nicht heraussieben, weil frischer Bioabfall dafür zu nass und klebrig ist. Nur ganze Nester mit groben Verunreinigungen sortieren wir mithilfe eines Radladers aus. Zurück bleiben im Rohmaterial zum Beispiel Plastiktüten, Kaffeekapseln mit Kunststoff-Innenleben, Gläser mit Resten, sogar Windeln oder Verpackungen mitsamt verdorbenem Inhalt.

Wie gelangen Plastikfetzen und Glasscherben in den Kompost?

Während der anschließenden Verarbeitung zerkleinert die Kompostierungsanlage die Fremdstoffe zusammen mit dem Bioabfall. So wandern diese mit durch jeden Verarbeitungsschritt und gelangen als Plastikteile und Glasscherben in den fertigen Kompost. Die Störstoffe setzen die Qualität herab und gefährden die Vergabe des RAL-Gütezeichens für Kompost als wertvollen Dünger und Boden-Verbesserer.

Großer technischer Aufwand für die Säuberung von Fremdstoffen

Immer mehr Siebvorgänge des fertigen Kompostes sind notwendig, um Plastikteile und Glasscherben auszusortieren. Der erforderliche hohe technische Aufwand geht einher mit steigendem Energieverbrauch. Das belastet zusätzlich Umwelt und Klima und treibt die Kosten für die Verwertung in die Höhe.

Wer ist für die saubere Sammlung der Bioabfälle zuständig?

Die Verantwortlichkeit ist klar geregelt: Per Abfallsatzung der Kommune sowie Landes- und Bundesgesetzgebung ist jeder Nutzer /jede Nutzerin einer Biotonne verantwortlich für eine sortenreine Trennung und Sortierung seiner/ihrer Bioabfälle.

Die Trennpflicht geht so weit, dass das mit der Sammlung und dem Transport beauftragte Müllabfuhrunternehmen die Leerung der Biotonne verweigern darf, wenn zu viele Störstoffe im Bioabfall vorhanden sind.

Biotonnen-Kontrollen sind erlaubt und werden in einigen Kommunen schon durchgeführt:

Biotonnen, die deutlich sichtbare Fehlwürfe aus Plastik, Glas oder Metall enthalten, werden im Falle einer Kontrolle gekennzeichnet. Ist der Tonneninhalt so stark verschmutzt, dass er nicht mehr zu Kompost verwertet werden kann, wird die Biotonne nicht geleert.

Tipps zur Sortierung und Befüllung der Biotonne:

Bioabfälle sind natürliche Wertstoffe

…auch wenn sie schon einmal unappetitlich aussehen und riechen können. Vor Feuchtigkeit und Gerüchen schützt Zeitungs- oder Küchenpapier, in das Bioabfälle eingepackt werden dürfen, denn auch Papier kompostiert rückstandslos. Auch handelsübliche Papiertüten aus Kraftpapier können zum Auskleiden der Vorsortiergefäße genutzt werden. So bleibt die Biotonne sauber und trocken.

Keine Plastiktüten in die Biotonne

Plastiktüten gelangen in den Bioabfall, wenn man sie zur Sammlung der Bioabfälle oder zum Schutz der Sammelgefäße in der Küche nutzt und sie dann fälschlicherweise mit in die Tonne wirft. Wer Plastiktüten zur Sammlung in der Küche nutzt, muss sie spätestens beim Gang zur Biotonne ausleeren und anschließend in die Restmülltonne werfen. Ebenfalls nicht zugelassen sind Plastiktüten aus biologisch abbaubaren Bio-Kunststoffen. Diese zersetzen sich in den Anlagen nicht vollständig und gelangen dann als Mikroplastikpartikel in den fertigen Kompost.

Verdorbene Lebensmittel nur ohne Verkaufs-Verpackungen in die Biotonne!

Häufig landen offensichtlich Nahrungsmittelreste direkt mit dem Glas (z.B. Gurken, Marmeladenreste) oder mit anderen Verkaufs-Verpackungen (aus Plastik oder einer Kombination aus Kunststoffen und Aluminium) in der Biotonne. Das ist illegal und macht auch keinen Sinn, denn diese Verpackungen sind nicht biologisch abbaubar.

Deshalb: Lebensmittel-Reste aus der ursprünglichen Verpackung entnehmen, in Zeitungs- oder Küchenpapier einwickeln – und erst dann ab in die Biotonne!

Restabfall gehört immer in die Graue Tonne – Keine „Schwarz“-Entsorgung über die Biotonne:

Manche „schwarzen Schafe“ entsorgen Restabfall und Verpackungen ganz bewusst über die Biotonne. Hier gibt es nur eine Lösung: wenn regelmäßig so viel Restabfall anfällt, dass die Versuchung besteht, ihn über die Biotonne zu entsorgen, muss eine zusätzliche graue Tonne bestellt werden.

Katzenstreu und Hundekot gehören keinesfalls in die Biotonne:

Aus seuchenhygienischen Gründen gehören Kot von Hunden und Einstreu mit Exkrementen von Haustieren wie zum Beispiel Katzen, Ratten, Frettchen oder von Vögeln immer in die Restmülltonne, auch wenn „kompostierbar“ auf der Einstreu-Verpackung steht.

Die Ausnahme: Einstreu von pflanzenfressenden Nagetieren wie zum Beispiel Kaninchen und Meerschweinchen dürfen über die Biotonne entsorgt werden.

Gute Qualität – Voraussetzung für eine natürliche Verwertung der Bioabfälle!

Wir danken diejenigen Nutzer*innen der Biotonne, die durch gute Abfalltrennung dazu beitragen, dass der Stoffkreislauf – vom Bioabfall über den Kompost bis zur Erzeugung von Nahrungsmitteln – ohne Schaden für unsere Umwelt geschlossen werden kann.

Fragen rund ums Thema Abfall beantworten unsere Kolleg*innen der Abfallberatung gerne: